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Mit der VWH im Greyerzerland

12./13. September 2020

Bericht: Renate Graf-Beutler
Fotos: Markus Erni


Die Sterne und die Sichel des Mondes leuchten hell am nachtschwarzen Himmel. Wieso mitten in der Nacht aufstehen? - Das Weekend mit der VWH ins Greyerzerland steht auf dem Programm!

Wir treffen uns um 6:15 Uhr bei der (nicht mehr existierenden) Milchrampe. „Bemaskt“ nehmen wir den Zug nach Zürich. Dort steigen wir um Richtung Bern und Fribourg. Langsam wird es hell. Andi hat für alle Gipfeli besorgt (Danke!). Wir geniessen nicht nur die Gipfeli, sondern auch, dass wir für einen Moment ohne Schutzmasken atmen können.

In Fribourg wechseln wir auf den Bus, der uns nach Charmey bringt. Endlich gibt’s Kaffee und frische Brötchen (Cuchaule = Safranbrötchen), gespendet von Evelyne (herzlichen Dank!). Gestärkt nehmen wir nun den Weg zum Lac de Montsalvens unter die Füsse. Beim Picknickplatz oberhalb der Staumauer geniessen wir den Lunch aus dem Rucksack. Nach dem Besuch im riechenden ToiToi (besser als kein WC!) sind wir startklar. Steil führen die Treppenstufen hinab in die Jaunbachschlucht. Teilweise sind die Steine ziemlich glitschig. Nun folgen wir dem Bachlauf, über Brücklein, vorbei an steilen Felswänden, durch Felsentunnel, üppigen Wald, moosbedeckten Felsblöcken. Ein Paradies für Fotografen, die dann viel Zeit brauchen. Die Nichtfotografen müssen oft Marschhalte einlegen und auf die Nachzügler warten. Schliesslich treten wir zur kühlen Schlucht hinaus. Ab jetzt wandern wir grösstenteils in der Sonne. Es ist sommerlich warm. Die vielen Stufen hinauf nach Gruyères heizen tüchtig ein und geben uns den Rest. Durstig kehren wir sofort ein. Danach schlendern wir kurz durch das pittoreske, mittelalterliche Städtchen. Es ist voller Touristen und an jeder Ecke findet sich ein Souvenirladen. Eric erklärt uns, dass der Name Gruyères nicht vom Käse, sondern vom Wappentier der Gemeinde (Kranich, franz. la grue) kommt. Der Käse hingegen hat den Namen von der Stadt erhalten.

Der Bus bringt uns nach Moléson sur Gruyères. Dort nehmen wir die Standseilbahn hinauf nach Plan- Francey, am Fuss des Moléson auf 1520 m. Nach Zimmerbezug und Dusche gibt’s Apéro. Für uns ist das Grillmenu bestellt und somit der Tisch draussen gedeckt. Die Sonne ist weg und es wird schnell kühl. Doch die Chefin versorgt uns mit Fellen und Wolldecken. In warme Jacken und Decken eingemummelt lassen wir uns das Essen schmecken.

Markus ermuntert mich, den Reisebericht zu verfassen. Ich bin einverstanden, wenn ich noch einen Schluck Rotwein bekomme. Bruno erledigt das sofort und füllt eifrig mein Weinglas randvoll auf! Das Dessert dürfen wir dann drinnen geniessen. Gemütlich plaudernd sitzen wir beisammen. Um 23 Uhr verziehen wir uns langsam in die Zimmer, müde vom langen und schönen Tag. Es ist noch lange nicht ruhig. Andere Gäste sitzen lachend und plaudernd die halbe Nacht draussen - direkt unter unseren Fenstern. In der Nacht huschen, resp. poltern, Geister durch den knarrenden Gang. Es ist eine ziemlich unruhige Nacht.
Am Sonntag ist das Frühstück auf 8:30 Uhr angesetzt. Doch es steht nichts bereit. Unsere Gruppe wurde offenbar vergessen. Schnell werden etwas Brot, Zopf, Butter und Konfitüre, Käse und Wurst für uns hingestellt. Nach dem Frühstück bewandern die einen den botanischen Rundweg, während die anderen es sich auf der Terrasse gemütlich machen. Auch heute zeigt sich das Wetter von der sommerlichen Seite.

Gegen Mittag fahren wir zum Gipfel des Moléson (2002 m) hinauf. Welch prächtige Aussicht sich doch da bietet! Weit ins Mittelland, den Jura, Berner und Walliser Alpen und zum Genfersee schweift der Blick. Wir geniessen einen Apéro (Spender Markus sei Dank!) und fahren dann hinunter nach Moléson sur Gruyères. Dort im Restaurant nehmen wir ein spätes Mittagessen ein.

Schliesslich brechen wir die Heimfahrt an. Der Bus bringt uns nach Gruyères. Dort steigen wir in den Zug nach Bulle. Hier heisst es umsteigen nach Fribourg. Dort erneut umsteigen nach Zürich. Und dann ein letztes Mal umsteigen nach Winterthur. Geschafft! Um 19:19 Uhr erreichen wir müde und zufrieden Winterthur. Ein letztes Winken, dann löst sich die Wandergruppe auf. Das war ein herrliches Wochenende! Danke Evelyne und Markus für die perfekte Organisation!

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