Vereinseise
16. August 2025 - Solothurn - Altreu - Biel
Bericht: Renate Graf, Fotos: Markus Erni
Aufstehen! Der VWH-Ausflug 2025 steht an. Gähn! Ist das früh!
Eine kleine Gruppe trifft sich um 07:20 Uhr bei der Milchrampe, die es gar nicht mehr gibt. Aber alteingesessene Winterthurer kennen den Ort noch von der Schulreise. An der Spitze des Zuges sind Plätze für uns reserviert. Also, Abmarsch auf die andere Seite des Bahnhofs. Die bequeme Zugfahrt beenden wir mit der Ankunft um 08:58 Uhr in Solothurn. Der Bus bringt uns nach Oberdorf SO.
Auf Schusters Rappen setzen wir den Weg fort. Die Sonne brennt bereits unbarmherzig auf uns herab. Nach etwa einer Stunde Fussmarsch erreichen wir die Gemeinde Rüttenen mit der Einsiedelei. Hier machen wir Rast. Schilder weisen darauf hin, dass das hier ein Ort der Besinnung und fotografieren daher verboten ist. In der Einsiedelei mit der Verenakapelle, der Martinskapelle und dem Eremitenhäuschen, wo früher die heilige Verena gewirkt haben soll, lebt heute noch ein Eremit. Monika Sommer kredenzt uns einen kühlen Rosé zum Apéro (Danke Monika!). Es ist schwülheiss, und wir machen uns wieder auf den Weg. Es geht nun durch die idyllische Verenaschlucht. Entlang des Verenabachs und im Schatten der Bäume ist es angenehm kühl. Bald erreichen wir Solothurn. Die Wanderung war nicht sehr lang. Genau richtig an diesem heissen Tag.
Der Bus bringt uns ins Stadtzentrum. Toiletten sind dringend gefragt - und Getränke. So schwärmen wir aus und suchen uns das Gewünschte. Am Schiffssteg treffen wir uns wieder. Das Schiff legt um 12:10 Uhr ab. Es ist sonnig und heiss an Deck. Nach 40 Minuten erreichen wir das Storchendorf Altreu. Im Garten des Infozentrums Witi lassen wir uns im Schatten der Bäume das Picknick schmecken. Gewitterwolken ziehen auf und die Luft wird schwer. Um halb zwei begrüsst uns der Ranger Hanspeter Beutler. Zuerst erklärt er uns das Wort Witi. Es bedeutet Weite und bezeichnet die Landschaft der Aareebene zwischen Grenchen und Solothurn. Danach erhalten wir Informationen über die Weissstörche was sie zum Beispiel fressen, wie gross ein Storchenei ist, welche Flügelspannweite ein ausgewachsener Storch hat, wie alt sie werden usw. – alles sehr interessant! Wir erfahren unter anderem, dass die Störche aus der Schweiz Richtung Westafrika ins Winterquartier fliegen, diejenigen von Osteuropa nach Ostafrika. Wobei einige den Winter auch in Südspanien verbringen. Störche nutzen die Thermik für ihre Reise und suchen einen Weg, der möglichst über Land führt. Die Jungstörche starten einige Tage vor ihren Eltern. Die Altstörche müssen sich nach der intensiven Brutzeit zuerst ein Fettpolster anfressen. Das geschieht ab Mitte August. Leider sind die Weissstörche gerade vor ein paar Tagen abgereist. Wir sehen keinen einzigen Vogel. Die Horste sind leer. Schade! Am besten wir kommen zur Brutzeit im Frühling wieder. Dann sei lebhafter Betrieb.
1950 gab es keine Störche mehr in der Schweiz. Der Storchenvater Max Bloesch begann bereits 1948 mit einem Projekt zur Wiederansiedlung des Weissstorchs. Dank ihm brütete 1960 endlich wieder das erste freifliegende Paar in Altreu. Heute sind es schweizweit über 1200.
Nach der informativen und äusserst interessanten Führung kehren wir im nahen Restaurant Grüene Aff bei der Schifflände ein. Schwere Wolken hängen drohend über uns. Bald sitzen wir mit Regenschirmen am Gartentisch und löffeln unseren Glacécoupe. Tropfend gehen wir um 15:50 Uhr an Bord des Schiffs. Die erste Stunde verbringen wir drinnen im Restaurant. Nachdem sich das Gewitter verzogen hat, geniessen wir die nächste Stunde oben auf dem Deck. Um 18 Uhr sind wir in Biel. Beim Aussteigen entlädt sich das nächste Gewitter. Die zuvor getrockneten Regenschirme werden erneut nass. Auf dem Weg zum Bahnhof schlägt ein Blitz mit einem ohrenbetäubenden Knall in einen Kran ein und erschreckt uns tüchtig.
In der Pizzeria Seeland ist ein langer Tisch für uns gedeckt. Die Pizza schmeckt hier vorzüglich. Schliesslich wird es Zeit für die Heimreise. Um 20:16 Uhr fährt der Zug. Langsam schleicht die Nacht herbei. Ein schwülheisser Tag geht zu Ende. Und das Geplapper ist nicht mehr so munter wie am Morgen. Das Sandmännchen ist da! Wir hängen schlapp im Sitz. Kurz nach 22 Uhr sind wir zurück in Winterthur. Wieder gehört ein VWH-Ausflug der Vergangenheit an. Es war ein schöner und gemütlicher Tag. Danke vielmals Markus für deine gute Organisation und Arbeit!














